Autonome Mobilität: Entspannen statt Lenken

“Wer nur an die Technik denkt, hat noch nicht erkannt, wie das autonome Fahren unsere Gesellschaft verändern wird.“ - Dr. Dieter Zetsche.

Ob Befürworter oder Gegner - niemand kann abstreiten, dass autonomes Fahren eines der großen Themen in der Zukunft der Mobilität sein wird. Auch für die Tourismusbranche ist autonomes Fahren ein interessantes Thema: So wären zum Beispiel selbstständige Shuttles oder Sightseeing-Mobile interessante Möglichkeiten.

Schon heute liefern Fahrassistenzsysteme wesentliche Beiträge zu Komfort, Sicherheit und Energieeffizienz. Die intelligenten Fahrsysteme der Zukunft sollen jedoch nicht mehr nur Hinweise an den Fahrer geben, sondern ihn gleich auf den Beifahrersitz befördern: Autonomes Fahren umfasst die Fortbewegung mit Fahrzeugen, mobilen Robotern und anderen fahrerlosen Transportsystemen. Die neuen „Auto“mobile verhalten sich dann nicht mehr nur in dem Sinne autonom, dass sie nicht gezogen oder geschoben werden müssen, sondern auch insofern, dass sie auch die Navigation weitgehend selbst übernehmen.

Wie andere Formen künstlicher Intelligenz gehört auch autonomes Fahren schon lange zu den Träumen der Wissenschaft: Überlegungen zu selbstständig chauffierenden Fahrzeugen gab es bereits in den 1880er Jahren. Die konkrete Entwicklung selbstständiger Fortbewegungssysteme begann dann aber erst in den 1950er Jahren, als Chrylser mit dem Tempomat ein erstes Fahrassistenzsystem einführte. Heute haben bereits alle namhaften Automobilhersteller konkrete Pläne vorgelegt, bis Mitte der 2020er Jahre automatische Fahrfunktionen einzuführen. Um wirklich autonom, also fahrerlos, navigieren zu können, werden Sensoren (Radar, Video, Laser) und Aktoren (in der Motorsteuerung, der Lenkung, den Bremsen) im Fahrzeug benötigt. Die Autonomie selbst entsteht durch Computer, die die gewonnenen Daten zusammenfügen und daraus die Umwelt erkennen können - eine notwendige Basis, um beim Fahren die richtigen Entscheidungen zu treffen. Da es hier gilt, große Datenmengen zu bewältigen, ist Deep Learning ein zentrales Thema im Bereich autonomes Fahren.

Der potenzielle Einsatzbereich intelligenter Fahrsysteme betrifft nicht nur die private Personenbeförderung, sondern soll vor allem auch für öffentlichen und Güter-Verkehr eingesetzt werden. Nach heutigem Stand sind vor allem Kameras und Radarsensoren schon weit verbreitet. So ist es bereits möglich, die Informationen einzelner Radarsysteme so zusammenzuschalten, dass ein 360-Grad-Bild der Fahrzeugumgebung entsteht. Mit dessen Hilfe kann nicht nur das unbeabsichtigte Verlassen der Spur verhindert, sondern auch aktiv ausgewichen werden. Vollautomatisches Einparken gehört bereits zum festen Repertoire von Modellen vieler Automobilhersteller. Während die meisten Fahrzeuge nur in eine 90-Grad-Lücke selbst einparken können, gibt es bereits auch Fahrzeuge die selbst einparken, wenn sie quer vor der Lücke stehen. Einen Wettkampf um die Technologieführerschaft liefern sich Hersteller auch bei den Stauassistenten, die im stockenden Verkehr sowohl Gas geben und bremsen als auch mitlenken. Die Systeme orientieren sich dabei nicht nur an Fahrbahnmarkierungen, sondern lassen sich mithilfe ihres Radars auch von vorausfahrenden Autos ziehen.

Im Zuge der Umsetzung erster vollautonomer Systeme werden vor allem die Automatismen zur automatischen Generierung von Fahrmanövern und Erkennung schutzbedürftiger Verkehrsteilnehmer diskutiert. Jedoch sind auch rechtliche und ethische Fragen ein großes Thema. Der autonomen Mobilität sind bislang nicht nur technisch, sondern auch rechtlich Grenzen gesetzt. Besonders in ethischer Hinsicht wirft das Prinzip wichtige Fragen auf: Wer wäre zum Beispiel im Falle eines Unfalles zu beschuldigen?

Alles in allem bleibt autonomes Fahren ein spannendes Themenfeld, dessen Fortschritte Beobachter regelmäßig in Staunen versetzen und mit Spannung die Zukunft unserer Fortbewegung erwarten lassen – ob nun zuhause oder an unseren Reisezielen.

“Wer nur an die Technik denkt, hat noch nicht erkannt, wie das autonome Fahren unsere Gesellschaft verändern wird.“ - Dr. Dieter Zetsche

"Aufgrund der hohen Sicherheitsanforderungen an Fahrzeuge werden IT-Unternehmen wie Google oder Microsoft es vermutlich kaum schaffen, selbstfahrende Autos komplett selbst herzustellen" - Mathieu Meyer